23.03.20

Wort der Dekane

Liebe Gemeindeglieder,
liebe Mitverantwortliche in unseren Kirchengemeinden,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wir erleben dieser Tage eine noch nie dagewesene Zeit größter Verunsicherung. Was wir sonst in Krisenzeiten als Kirche immer anbieten konnten: das Feiern gemeinsamer Gottesdienste mit Singen und Beten und sich gegenseitig Stärken, ist nicht möglich. Gottesdienste sind bis auf weiteres ausgesetzt. Taufen und Konfirmationen müssen verschoben werden wie auch Hochzeiten. Das ist schmerzlich. Besonders schmerzlich aber ist, dass auch Bestattungsgottesdienste nur äußerst eingeschränkt gefeiert werden können und – je nach Vorgaben der Kommune – nur 10 bis 20 Personen daran teilnehmen dürfen.

So bitten wir Sie herzlich, auf den vielen heute möglichen digitalen Kommunikationswegen miteinander im Kontakt zu bleiben und vermehrt auch wieder zum Telefon zu greifen und, wenn Sie schon nicht zur Bestattung einer Nachbarin oder eines Nachbarn gehen können, bei den Angehörigen anzurufen oder auch einen Brief zu schreiben. Handeln Sie gemäß der „goldenen Regel“ von Jesus: „Was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen“. Damit ist schon manches geholfen.

Wir als Dekane, die Pfarrerinnen und Pfarrer Ihrer Kirchengemeinden, die Mitarbeitenden auf den Gemeindebüros und Kirchenpflegen, aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Diakonischen Bezirksstellen sind für Sie erreichbar. Nutzen Sie Telefon oder auch E-Mail und nehmen Sie Kontakt auf, wenn Sie Fragen haben, aber auch, wenn Angst Sie plagt und Sie einen Menschen zum Gespräch brauchen.

Wir danken denen, die jetzt in dieser Krise ganz vorne stehen: Ärzteschaft, Pflegepersonal, Beschäftige in den Lebensmittelläden und bei der Post, Auslieferer von Waren, Müllabfuhr, Reinigungsdienste, Polizei, Lehrerschaft, die jetzt herausgefordert ist mit Home-Schooling, ErzieherInnen, die in der Notbetreuung tätig sind, Dienstleistende und viele mehr.

Durch die Corona-Krise geraten viele in existentielle Not finanzieller Art. Einkünfte bleiben aus. Feste Kosten wie z.B. Mieten müssen weiterhin bezahlt werden. Verzichten Sie, wo immer Sie können, auf Regressansprüche und Rücklastschriften. Leben Sie, soweit Sie können, in großer Solidarität.

Wir weisen Sie hin auf die geistlichen Angebote und Impulse auf den Homepages vieler unserer Kirchengemeinden sowie unseres Kirchenbezirks, als auch auf die entsprechenden Links. Auch wenn wir auf die gelebte Gemeinschaft in Gottesdiensten und Andachten verzichten müssen, so sind wir doch im gemeinsamen Glauben an Jesus Christus, im Gebet und im Tun von Gutem miteinander verbunden. Pflegen Sie Fürbitte, besonders für die Menschen, die „an vorderer Front“ stehen und sich in dieser Krise für uns einsetzen. Beten Sie aber auch für Menschen, die einsam oder die krank sind. Beten Sie für die, die einen Menschen verlieren. Lassen Sie uns miteinander der Macht des Gebets – und damit der Macht und Möglichkeiten Gottes – vertrauen.

Wir grüßen Sie mit den Worten und dem Versprechen von Jesus Christus:

Ich bin bei euch alle Tage.

Bleiben Sie behütet und in Gott geborgen.

Ihre Dekane Reiner Zeyher und Friedrich Zimmermann