16.05.20

Hirtenbrief

Liebe Gemeindeglieder!
Wie vor Ostern wenden wir hauptamtlichen Seelsorger uns erneut an Sie. Im Folgenden berichten wir aus unseren Arbeitsbereichen und informieren darüber, wie die „neue Normalität“ im Schatten der Corona-Krise in der Kirchengemeinde in nächster Zeit aussehen wird.

Pfarramt Nord

Ein Osterfest ohne Gottesdienste – wer hätte sich das träumen lassen … Umso schöner war es, dass dennoch ganz kreative Ideen des Feierns in unsrer Kirchengemeinde möglich waren. Das tägliche Turmblasen wurde von sehr vielen Menschen in Vaihingen als ein wunderbares Geschenk im „Lock-down“ erlebt. So haben mich sehr positive Rückmeldungen erreicht bis dahin, ob das nicht auf Dauer so möglich sein könnte. Ein großer Dank an den Bläserkreis unter der Leitung von Wolfgang Kapp. Erwähnt sei auch, dass bei den Bestattungen auf dem Friedhof derzeit der Bläserkreis musikalisch die Bestattungen am Grab umrahmt.

Mein Arbeitsalltag in meiner Doppelfunktion als Dekan und Pfarrer ist geprägt von vielen Telefonaten, Video- bzw. Telefonkonferenzen und einem täglichen Abarbeiten unzähliger!! Mails. So sehr ich das Medium der digitalen Kommunikation dabei als unverzichtbar schätzen gelernt habe, so sehr wird mir auch deutlich, dass ich den persönlichen Kontakt zu den Menschen vermisse. Weder ein Telefonat noch eine Mail noch eine Videokonferenz können das ersetzen, was nur durch eine persönliche Begegnung erlebt werden kann.

Die Kirchengemeinderatsarbeit ist sehr eingeschränkt. Kaum hatten die neu gewählten Mitglieder die Arbeit richtig aufgenommen, mussten die anberaumten KGR- und VA-Sitzungen im April wieder abgesagt werden. Ebenso das geplante KGR-Wochenende im Juni 2020. Wir hoffen sehr, dass bis Ende Mai vielleicht wieder eine persönliche KGR-Sitzung im Gemeindehaus möglich ist.

Unser BFD’ler Paulo da Cruz Pires ist derzeit mit Frau Martis und Herrn Haffner in unserem Pfarrgarten im Egelsee beschäftigt mit „Urbarmachung“ und dem Anlegen einer Kräuterspirale. Auch das ermöglicht „Corona“. Was mich sehr beschäftigt ist unser Großprojekt „Innensanierung Stadtkirche mit Orgelneubau“, das im nächsten Jahr direkt nach dem Maientag 2021 losgehen soll. Die notwendigen Spenden für dieses Jahr sind total eingebrochen. Derzeit verteile ich mit meinen Geburtstagsbriefen den neuen Flyer der Orgelpatenschaften. Wenn es uns gelingt, dass wir für alle Pfeifen einen Paten oder eine Patin finden, dann können wir das Großprojekt finanzieren. So bitte ich Sie alle sehr herzlich um Ihre Unterstützung bei dieser wichtigen Sanierungsmaßnahme. Wenn wir alle zusammenlegen, dann wird es gelingen!

Ich freue mich sehr auf den Gottesdienst am 17. Mai 2020 in der Stadtkirche und grüße Sie alle ganz herzlich!

Ihr Dekan Reiner Zeyher.

Pfarramt Süd

Sehr einschneidend ist die „Corona-Krise“ für die gegenwärtigen Konfirmandinnen und Konfirmanden. Abgesehen davon, dass – bedingt durch meine Ellenbogen-OP – der Konfirmandenunterricht (KU) schon drei Monate später begonnen hat als sonst, ist er jetzt auch noch früher zu Ende, da seit dem Evang. Kirchengemeinde Vaihingen an der Enz Lockdown Anfang März auch kein KU mehr stattfindet. Die Konfirmationen, die eigentlich am 10. und 17. Mai gewesen wären, finden nun erst nach den Sommerferien statt. Wir haben sie auf den 20. und 27. September verschoben. Falls es bis dahin möglich ist, werden wir am 27. Juni noch einen Konfirmandentag miteinander verbringen, damit wir uns wenigstens noch einmal vor den Konfirmationen in der Großgruppe sehen. Auch der Konfirmandenelternabend für die jetzigen Konfirmanden musste verlegt werden. Er findet am 17. Juni statt und eine Woche später, am 24. Juni, folgt dann schon der für den kommenden Konfirmandenjahrgang. Der KU für die neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden startet gleich nach der zweiten Konfirmation am 30. September.

Auch in der Erwachsenenbildung sind mit dem Versammlungsverbot alle Veranstaltungen ausgefallen: Der „Treffpunkt Wolfsberg“, die Seniorennachmittage und die sonstigen Gruppen und Kreise. Die „Lesungen an der Peterskirche“ müssen dieses Jahr ebenfalls entfallen, da laut Verordnung der Stadt bis zum 31.08.2020 in Vaihingen keine open-air-Veranstaltungen mit unbegrenztem Personenzugang (also ohne Eintrittskarten) erlaubt sind. Deshalb wurde auch das „Theater an der Kirchentreppe“, das dieses Jahr eigentlich wieder stattfinden sollte, inzwischen abgesagt. Ebenso haben wir die Veranstaltungen im Rahmen der ökumenischen Woche gecancelt.

Das alles ist doch sehr unbefriedigend. Da geht es mir vermutlich nicht anders als Ihnen, liebe Gemeindeglieder. Manche Veranstaltungen, Vorträge und Gottesdienste hatte ich schon vorbereitet und sie lagen fertig in der Schublade, konnten dann aber nicht durchgeführt werden. Aber die Gesundheit der Besucher unserer Veranstaltungen und die Verantwortung, die wir hier als Kirchengemeinde haben, gehen einfach vor.

Ich freue ich mich darauf, ab Sonntag, den 17. Mai wieder mit Ihnen Gottesdienst in unserer schönen Stadtkirche feiern zu können. Zwar dürfen auch da maximal 54 Sitzplätze ausgewiesen werden (Familienangehörige dürfen allerdings auf einem Platz sitzen), aber sollte sich herausstellen, dass mehr Gemeindeglieder an unseren Gottesdiensten teilnehmen wollen, werden wir eben mehrere Gottesdienste nacheinander anbieten.

Herzliche Grüße und Gott befohlen
Ihr Pfarrer Matthias Krauter

Vikariat

„Aller Anfang ist schwer“, hat einmal ein kluger Mensch gesagt. Und obwohl ich wusste, dass mit meinem Vikariat eine neue aufregende Zeit mit vielen neuen Eindrücken und Herausforderungen beginnt, so hätte ich mir doch niemals denken lassen, dass mein Anfang hier in Vaihingen so kompliziert sein würde. Die meisten von Ihnen haben mich wahrscheinlich schon auf der Homepage der Gemeinde oder in der Zeitung entdeckt.

Mein Name ist Franziska Mezger. Ich habe im Februar dieses Jahres mein Theologiestudium in Tübingen abgeschlossen und bin seit April Vikarin hier in Vaihingen, wo ich mit Pfarrer Krauter als meinem Mentor zusammenarbeite. Ich wohne hier mit meinem Mann Sebastian, der ebenfalls Vikar ist und in Schwieberdingen arbeitet.

Nach dem Studium war ich höchst motiviert endlich in die Gemeindearbeit einzusteigen und nach jahrelangem Bücherwälzen etwas Praktisches zu arbeiten. Leider wurde ich durch die derzeitigen Umstände abrupt ausgebremst und muss jetzt wie alle anderen auch mit dieser neuen Situation zurechtkommen und abwarten, wie es weitergeht.

Geplant war es, dass ich ab April meine ersten Erfahrungen in der Schule sammle und auch nebenher schon ein bisschen in die Gemeinde hineinschnuppere. Das musste in dieser Form natürlich ausfallen, was ich sehr schade finde. Trotzdem verfolge ich gespannt über die Homepage und E-Mails, wie das Gemeindeleben hier in Vaihingen funktioniert. Ich freue mich sehr, dass ab 17. Mai die Gottesdienste wiederbeginnen können, und werde mich an diesem Sonntag der Gemeinde auch noch einmal in der Kirche vorstellen.

Herzliche Grüße
Ihre Vikarin Franziska Mezger

Pfarramt West

Mein Alltag ist in den letzten Wochen vor allem von der Betreuung unserer zwei kleinen Töchter geprägt. Mein Mann und ich arbeiten abwechselnd im Home-Office. Deshalb bin ich selten in meinem Büro im Gemeindehaus. Den Anrufbeantworter höre ich aber regelmäßig ab, dort habe ich auch meine Mobilfunknummer hinterlassen. Bitte zögern Sie nicht, mich anzurufen!

Die Karwoche und Ostern waren anders und besonders dieses Jahr. Durch die Straßenmalaktion ist mir bewusst geworden, dass es überhaupt nicht nur an uns Pfarrer*innen liegt, dass sich die Osterbotschaft verbreitet. Danke allen, die mitgemalt haben. Einige Bilder kann man auf unserer Homepage bewundern, die in den letzten Wochen übrigens ein neues, moderneres Design bekommen hat. Vor allem die Nutzung mit dem Smartphone ist jetzt noch einfacher und übersichtlicher. Analog zu den Gottesdiensten, kann man dort die aktuellen Predigten abrufen.

Ein wichtiger Bereich meiner Arbeit, der Kindergottesdienst, darf, solange die Kindergärten nicht geöffnet sind, nicht stattfinden. Es gibt dennoch die Möglichkeit, Kindergottesdienst zu feiern: Auf dem Youtube-Kanal „kirchemitkindern-digital“ gibt es jeden Sonntag einen Kindergottesdienst, der von den Landesverbänden für Kindergottesdienst reihum verantwortet wird. Falls man gerne einen Gottesdienst „offline“ feiern möchte, gibt es hier tolle Anregungen: www.kirche-mit-kindern.de.

Allen Kindern, die gerade die 2. Klasse besuchen, und deren Eltern möchte ich auf diesem Weg wichtige Informationen für Konfi-3 weitergeben. Ein Info-Elternabend kann im Moment leider nicht stattfinden. Alternativ haben wir die wichtigsten Informationen zu Konfi-3 und ein Anmeldeformular zum Download auf unsere Homepage gestellt. Wir bitten dennoch, dass Sie Ihre Kinder mit diesem Formular anmelden, auch damit wir absehen können, wie viele Kinder dabei sein werden. Eltern, die mitarbeiten wollen, können dies auch auf dem Formular eintragen. Das Formular können Sie in meinen Briefkasten im Gemeindehaus werfen. Wann genau und in welcher Form Konfi-3 dann startet, kommunizieren wir allen, die angemeldet sind, rechtzeitig. Bei Fragen können Sie jederzeit Diakonin Oettinger oder mich kontaktieren. Wie werde ich mich freuen, wenn wir uns wieder unbeschwert sehen dürfen! So Gott will doch hoffentlich ganz bald. Bis dahin behüte und stärke uns Gott!

Ganz herzliche Grüße von Ihrer
Pfarrerin Barbara Martin

Diakonat

Seit den angeordneten Schulschließungen und Kontaktbeschränkungen kann auch unsere Jugendarbeit nicht mehr im gewohnten Rahmen stattfinden. Es gab und gibt wunderbar kreative Ideen und Erfindungen, um sich dennoch zu begegnen und abzustimmen. Diese vielen netten Botschaften, z. B. ein handgeschriebener Zettel am gelben Briefkasten „Danke, liebe Briefträger, für eure Arbeit!“ – nie zuvor gesehen.

Aber dies ersetzt nicht den unmittelbaren Kontakt, den sowohl wir Erwachsenen als auch vor allem Kinder brauchen. Jugendarbeit lebt durch Beziehungen und Spontanität, besonders in den Begegnungen innerhalb der Gruppen. Nun können wir uns bestenfalls digital begegnen und viele, die regelmäßig oder unregelmäßig dabei sind, fallen dabei raus.

Die Situation von Kindern und Jugendlichen und deren Familien bewegt mich stark, nicht zuletzt durch meine 2. Stelle bei der Jugendhilfe. So wenig wie vor der Pandemie sind jetzt alle Voraussetzungen und Umstände gleich: Unterstützung beim Lernen, die nötigen Materialien, Geld für Lebensmittel und sonstige Anschaffungen, Wohnraum und soziales Gefüge in und um die Familie.

Daher leiden viele – und ich selbst als Diakonin gemeinsam mit allen engagierten Jugendmitarbeitern – sehr darunter, dass der unmittelbare Kontakt für eine sehr lange Zeit nicht möglich ist. Der kleine Ostergruß im Briefkasten, die Whatsapp-Nachricht, das kurze Telefonat können das nicht ersetzen. Neben dem fehlenden Kita- und Schulalltag fehlen jetzt auch all die andern Angebote, mit denen es leichter möglich ist, die Familiensituation zu gestalten – dazu gehören auch unsere Gruppen, Angebote wie Treffpunkt Häusle, Familiengottesdienste oder ein Event wie Galiläa City, auf die man sich freuen konnte.

Deshalb freue ich mich sehr auf die Zeit, wenn wieder manches möglich sein wird. Und bin zugleich vertrauensvoll, dass auch unsere kirchliche Jugend- und Gemeindearbeit mehr ist als das, was wir sehen und anbieten und Gott tausende Möglichkeiten hat, uns nahe zu sein.

Liebe Grüße von
Diakonin Erika Oettinger

Pfarrer zur Dienstaushilfe

Auch mein Arbeitsalltag sieht vor dem Hintergrund des eingeschränkten Gemeindelebens ganz anders aus als vor der Pandemie. Besonders das Besuchsverbot in Altersheimen schränkt mich als Seelsorger im Karl-Gerok-Stift stark ein. Freilich ist das aber ein wichtiger Schutz der Risikogruppe. Da deshalb auch das Trauercafé nicht mehr stattfindet, ermuntere ich Sie gerne dazu, sich telefonisch an mich zu wenden. Für vieles, was sich nicht am Telefon ausdrücken lässt, finden wir bestimmt einen Termin zum Spaziergang. Als „Nachbar“ der Stadtkirche weise ich im Namen des Teams der „geöffneten Kirche“ darauf hin, dass seit dem 10. Mai wieder regelmäßig der gesamte Kirchraum geöffnet wird (samstags von 14-16 Uhr und sonntags von 14-17 Uhr).

Herzliche Grüße
Ihr Pfarrer Sebastian Molter

„Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit“ heißt es in Kolosser 3, 14. Dass uns im Nächsten auch in Zeiten des Abstandhaltens die Liebe Gottes begegnet, wünschen Ihnen