10.03.18

Wein, Orgel und Bibel

Kultur und Kulinarisches zu Gunsten der Orgel

Von Britta March

Sie fragen sich, was die drei miteinander zu tun haben? Die Frage ist schnell beantwortet: viel! Denn: In der Vaihinger Vinothek lud der Orgelförderkreis am 25. November 2017 zur Weinverkostung bei Weinkenner, Verleger und Multitalent Herrn Arnold ein. Pfarrer Matthias Krauter las zwischendurch launig-vergnügliche bis nachdenkliche sowie erstaunliche Texte zu Wein und Genuss – auch Texte aus der Bibel, in denen der Wein eine zentrale Rolle spielt – und selbstverständlich die Menschen, die ihn genießen.

Käse, Trauben, Nüsse und frisches Brot dufteten schon einladend beim Betreten der gemütlichen Vinothek. Alles für die Gaumenfreuden – so auch der Wein – waren großzügige Spenden von Winzern und Unternehmern der Gegend. Das Rahmenprogramm komplettierte den gemütlichen Abend, durch den Herr Arnold und Dr. Gaupp führten. Fast 30 Vaihinger hatten sich an diesem Sonnabend auf gemacht, um einen gemütlichen Abend zu Gunsten der Orgel zu verbringen. Sie zahlten 20 Euro. Diese waren die offizielle Teilnahmegebühr – und das Geld fließt zu 100% ins Spendensäckel zur Rettung unserer Orgel der Vaihinger Stadtkirche. Dass darüber hinaus noch ein paar Euros gespendet wurden ist nicht auszuschließen.

Nachdem die abendliche Runde den Texten bei einer köstlichen Auswahl guter Weine gelauscht und das Käse-, Obst und Brotbuffet nahezu verzehrt hatte, folgte der krönende Abschluss in der Stadtkirche Vaihingens. Fleißige Helfer hatten auf den letzten Wein der Verkostung verzichtet und die Kirche in der Zwischenzeit in ein herrliches Lichtermeer verwandelt. Über und über in bunten Kerzenschein getaucht, lauschte der kleine Spenderkreis genüsslich den abendlichen Orgelklängen. Dr. Gaupp, Orgelschüler des Kirchenmusikdirektors von Vaihingen Hansjörg Fröschle, entlockte der Orgel wunderbare Klänge u. a. mit Chorälen von Bach und Bearbeitungen von Liedern aus dem Gesangbuch.

Danach nahm er sich noch die Zeit, um Interessierten die Orgel auch von Innen zu zeigen. Denn die meist gestellte Frage ist: Weshalb sammelt ihr Geld für die Orgel? Sie klingt doch wunderbar! Ja – schwer ist es zu verstehen, weshalb ein technischer Neubau notwendig ist. Wer sich den Zustand der Orgel aber einmal konkret angesehen und den Erklärungen dazu gelauscht hat, versteht einerseits die Dramatik sofort. Gleichzeitig wird andererseits das kleine Wunder offenbar, dass vor allen Dingen Hansjörg Fröschle mit seinem Wissen um den Orgelbau tagtäglich vollbringt.

Durch sein Engagement und sein Können, gepaart mit seiner Liebe zum Instrument, zur Musik und zu denen, die die Orgelklänge lieben, wie er, vermag er es, das marode Instrument in erstaunlicher Klangqualität am Leben zu erhalten. Das minderwertige Material aber wird nicht ewig provisorischen Lösungen gehorchen.

Umso wichtiger bleiben die Spenden, die die Orgel retten werden. Und jeder Euro zählt! Auch Orgelpatenschaften sind natürlich noch zu erwerben. Haben Sie schon Ihren Ton in unserer Orgel? Machen Sie sich kund – ab 25 Euro können Sie direkt dabei sein. Auskünfte dazu gibt es jederzeit in der Kirche, im Kirchenbüro und im Internet. Unter der Suche „Mein Ton in unserer Orgel“ finden Sie direkt den Flyer zur Aktion.

Die Weinverkostung mit Orgelabend in der kerzenerleuchteten Stadtkirche war wunderbar. Viele dieser Aktionen werden sicher folgen. Die Aktiven des Orgelförderkreises und des Kuratoriums der Stadtkirche und alle Engagierten hoffen auf weiteres Mitmachen. Auf ein nächstes gesundes und erfolgreiches Spendenjahr.