Evangelisches Gemeindehaus von Vaihingen/Enz

Kirchplatz 5

Gemeindehaus


Geschichte

Dieses Gebäude hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Mehrfach wechselte es den Besitzer – u. a. war es in städtischer und privater Hand. Sehen Sie sich die rund 80 cm dicken Mauern im Untergeschoss und die alten Rundbogentüren an der Hausfront gegenüber der Stadtkirche an!

Erstmals wurde hier im Jahr 1561 ein kirchliches Dienstgebäude für das 14 Jahre zuvor in Vaihingen an der Enz eingerichtete Dekanat erstellt. Beim Stadtbrand 1693 wurde es weitgehend zerstört, um 1701 auf dem alten Erdgeschoss wieder aufgebaut.

1750 erfolgte eine Erweiterung durch einen Anbau in nordöstlicher Richtung. Die frühere Hausecke und den Anbau können Sie an der Hausfassade gegenüber der Stadtkirche rechts der Eingangstüre an den Quadersteinen erkennen.

Bis 1812 diente das Gebäude als Dekanatamt. Danach beherbergte es die Knabenschule, später auch die Mädchenschule.

1912 nahmen die Geschicke des Gebäudes eine erstaunliche Wende: Es wurde an einen Fabrikanten vermietet und als Bijouteriefabrik genutzt, 1918 sogar an einen Silberwarenfabrikanten verkauft. Damals gehörten noch ein Schweinestall, eine Waschküche und eine Scheune zum Anwesen.

Die Geschichte als kirchliches Gebäude begann erneut im Dezember 1925, als die Kirchengemeinde es als Gemeindehaus erwarb.

1957 erfolgte eine größere Renovierung mitsamt dem Anbau des großen Saales auf der Nordseite. 1979 wurde bei einer Außenrenovierung das Fachwerk freigelegt. 1999–2000 fand eine umfassende Innenrenovierung statt, die dem Gebäude einen hellen einladenden Charakter gab.

Neben verschiedenen Gemeinderäumen, u. a. einem großen Saal und einer – bei Vermietungen (Infos bei Hausmeister Friedrich Römischer, Fon 07042/17368) gerne benutzten gut ausgestatteten Küche - beherbergt das Gebäude heute verschiedene Büros für kirchliche Mitarbeiter (z. B. für den Bezirkskantor), das Kirchenarchiv sowie zwei Wohnungen.

 
Die Gebäude im Eigentum der Evangelischen Kirchengemeinde Vaihingen an der Enz spiegeln die bewegte Geschichte der Stadt Vaihingen an der Enz und des kirchlichen Lebens wider. Die Kirchengemeinde hat vor allem in den letzten 20 Jahren intensive Bemühungen unternommen, diese Gebäude angesichts ihres wertvollen historischen Bestandes denkmalgerecht zu sanieren und zugleich für ihre vielfältigen kirchlichen Aufgaben funktional nutzbar zu machen. Die Mitarbeiter und Verantwortlichen der Kirchengemeinde engagierten sich dabei in ganz besonderem Maß. Die Gemeindeglieder trugen zu diesen Maßnahmen – vor allem die Renovierungen von Stadtkirche und Gemeindehaus – durch ein außergewöhnliches Maß an Spenden und Eigenarbeit bei.


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