Evang. Kirchenarchiv und historische Pfarrbibliothek



Bücher

Älteste Bestände aus der Zeit vor dem großen Stadtbrand 1693. Die Archivräume wurden 1997 eingeweiht.

Kein staubiges 'Aktengrab', sondern ein Ort für interessierte Menschen: Forschung zu den eigenen Ahnen sowie zur Heimat- und Landesgeschichte sind hier möglich. Führungen werden nach Voranmeldung angeboten. Ein ausführlicher Prospekt kann kostenlos bestellt werden.
 
 
Kontaktpersonen
 
Ursula Kühlbrey
Iglauer Str. 4
71665 Vaihingen/Enz
fon 07042 940912
dekanatamt.vaihingen-enz@elk-wue.de
zuständig für genealogische Auskünfte aus den Kirchenbüchern (Ahnenforschung)
 
 
Reinhard Wahl
Heilbronner Straße 24
71665 Vaihingen/Enz
fon  07042 – 81 36 76, fax 07042 2887858
 reinhard-wahl@dont-want-spam.t-online.de
zuständig für die Bestandsorganisation/-auskunft und Führungen für Gruppen
 


Treffpunkt im Evang. Gemeindehaus, Am Kirchplatz 5
nach vorheriger Terminabsprache.

Wir bitten um Verständnis, dass nicht selbst und alleine an den Beständen gearbeitet werden kann. Zum Teil ist nach Absprache eine Mitwirkung möglich.

Am Tag des offenen Denkmals (2. Sonntag im September) am Nachmittag geöffnet. Eine Führung wird angeboten.
 
 
 


Abteilungen


Archiv*:

- Evangelische Kirchengemeinde Vaihingen
- Evangelisches Dekanatamt Vaihingen
- II. Evangelisches Pfarramt Vaihingen
- Evangelisches Jugendwerk Vaihingen
- Einrichtungen des Evang. Kirchenbezirks Vaihingen
- Paul Schempp-Archiv (Nachlaß Paul Gerh. Scharpf)

Historische Bibliothek*:

- Hist. Pfarrbibliothek des Evang. Dekanatamtes
- Hist. Pfarrbibliothek des II. Evang. Pfarramtes Vaihingen
- Hist. Diözesanbibliothek des Ev. Kirchenbezirks
- Hist. Bibliothek des Evang. Jugendwerks Vaihingen
- Paul Schempp-Bibliothek (Nachlaß Paul Gerh. Scharpf)

* die Einzelbestände lassen sich heute nicht mehr
in jedem Fall voneinander abgrenzen
 
 
 


Archivraum

...im Evangelischen Gemeindehaus:

Nach der Stadtkirche ist das 1561 erbaute frühere Dekanatamt das zweitälteste Gebäude der Kirchengemeinde. Abgebrannt 1618 und 1693 geht die heutige Bausubstanz der Obergeschosse auf den Wiederaufbau im Jahr 1700 zurück. Nach dem Auszug des Dekanatamtes 1812 wurde es als Schulhaus und 1911/12 bis 1926 als Silberwaren- bzw. Kettenfabrik genutzt. Seit 1926 ist es Evang. Gemeindehaus.

Der 1997 eingeweihte Archivraum befindet sich im massiv gemauerten Erdgeschoß des 16. Jh.mit Wandstärken zwischen 0,8 und 1,2 m. Die frühere Haustüre des Dekanatamtes mit ihrem beeindruckenden barocken Türflügel bildet den Haupteingang, gefolgt von einer modernen feuerhemmenden Stahltüre. Eine Rennaissance-Leibung mit schwerem Gitter ziert das zweiflügelige Fenster. Im Archivraum steht eine vermutlich 300 Jahre alte eichene Säule seit der Erweiterung im Jahr 2000 wieder frei. Bekannte frühere Nutzungen des Archivraumes: Küche, Waschküche, Werkstatt.

Der Archivnebenraum (Bibliothek) liegt über dem gewölbten Kellerhals und steigt deshalb treppenförmig an. Auch hier ist die 300 jährige Originaltüre mit bemerkenswertem Griff erhalten.
 
 
 

Inventarisierung

Archivbestand:

EDV-Verzeichnung der Archivalien im Jahr 1998
durch das Landeskirchliche Archiv (Dipl. Archivarin
Birgitta Häberer) auf "Faust" für Windows mit allen
gängigen Suchoptionen.
 
 
 

Kirchenbücher

EDV-Verzeichnung wurde in zwei Formen begonnen:

1. Chronologische Verzeichnung:

Das älteste Kirchenbuch (Totenbuch 1609-1788) liegt für den Zeitraum von 1609 bis 1654 als Edition in Buchform und als Word-Dokument vor:

"Vaihinger Totenbuch 1609-1788, Teil 1: 1609-1654”,
Hrsg.: Manfred und Heidemarie Scheck,
Selbstverlag der Stadt Vaihingen/Enz 1999

2. Genealogische Verzeichnung:

Das gleiche älteste Kirchenbuch (Totenbuch 1609-1788) liegt für den Zeitraum von 1609 bis 1693 in genealogischer Verknüpfung mit dem ältesten Taufregister von 1644 bis 1693 in EDV-Form vor (Programm "PC-Ahnen 2000”)
 
 
 

Historische Pfarrbliothek

EDV-Verzeichnung durch die Landeskirchliche Bibliothek (Dipl.-Bibliothekarin Heide Fink u.a.) im Jahr 1999.

Die Anschaffung eines Online-Katalogs ist geplant.

Handinventare für Archiv und Bibliothek stehen bereit.





Sonntag, 8. September 2002

R. Wahl zeigte am Tag des offenen Denkmals die Ausstellung "Wer schreibt, der bleibt" – Bücher der Vaihinger Theologen von 1687 bis heute

VAIHINGEN. Die Sache liegt im Detail und bedarf eines scharfen Auges. In sechs Metern Höhe im Deckenge-
mälde unter dem Kirchturm versteckt sich das Wesen auf dem dritten Blatt von unten: der zehn Zentimeter große, blaue Elefant.

 
Der Elefant ist eines von über 50 Tieren, die in und an der Vaihinger Stadtkirche zu finden sind. So gab es am Sonntag, 8. September 2002 einen tierischen Rundgang durch das Gotteshaus.

Seit 1995 beteiligt sich die evangelische Kirchengemeinde an der landesweiten Aktion und überrascht die Besucher mit vielen Aktionen. "Der Zulauf der Bevölkerung ist hervorragend und spornt uns immer zu neuen Initiativen an", so Dekan Hartmut Leins und Reinhard Wahl, Vorsitzender des Kirchengemeinderats. "Uns ist es wichtig, die Historie zu beleben und auch inhaltlich rüberzubringen."


 
Hühner, Bienen, Eichhörnchen, Vögel und Käfer am Turmdurchgang, eine schwanzfressende Raupe als Symbol, der sich selbst zerstörenden Sünden als Relief zwischen zwei Fenstern am Nordobergaden, Ein Pelikan als Türgriff am Südeingang der Stadtkirche, ein springender Hund als Wasserspeier an der südwestlichen Kirchturmecke, Widderköpfe an der Überdachung des Südeingangs, ein Adler, ein Löwe, ein Stier und fünf Katzen und Hunden an den Rosettenfenstern im Innern – das Tierreiche zeigt sich mannigfaltig in und an der Kirche. "Tiere sind selten nur Schmuck am Kirchengebäude, sondern Mitteilung und Botschaft", so die Forschungen von Leins. So sind Löwe, Adler und Stier die Zeichen der Evangelisten Markus, Johannes und Lukas, die Fische im Rosettenfenster gelten als Erkennungs-
zeichen der ersten Christen, Lamm, Pelikan und Widderköpfe werden als Zeichen der Opferbereitschaft und Hingabe gedeutet, die Vögel am Lesepult erinnern an die Kräfte, die den Glauben und Glaubenssamen zerstören wollen.



Reinhard Wahl, der das evangelische Kirchenarchiv betreut, zeigte die Ausstellung "Wer schreibt, der bleibt" – Bücher von Vaihinger Theologen von 1687 bis heute"

Das wissenschaftliche geprägte Studium der Theologie und Notwendigkeit, sich vieles selbst erarbeiten zu müssen, weil kaum Kommunikationsmöglichkeiten bestanden, haben sicher dazu beigetragen, dass die Theologen der letzten Jahrhunderte viel selbst geschrieben haben. Manches davon ist in der historischen Vaihinger Pfarrbibliothek erhalten geblieben.

Wahl: "Vor allem die Stadtpfarrer, das heißt die Inhaber der zweiten Pfarrstelle, hatten wohl die Möglichkeit, schreibend tätig zu sein. Von den Dekanen sind deutlich weniger Schriften erhalten. Das mag an der höheren Arbeitsbelastung und den anderen Schwerpunkten der Stelle liegen."...



 
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