Die Geschichte unserer Kirchengemeinde



Kircheninnenraum

Um 660 und 750 erfolgt wohl die christliche Missionierung des "Enzgaues".

Eine der ältesten Kirchen der Umgebung ist die Enzweihinger Martinskirche. Sie ist die Mutterkirche der zu einem unbekannten Zeitpunkt im 10. oder 11. Jahrhundert erbauten und 1308 erstmals bezeugten Vaihinger Peterskirche. Sie lag oberhalb des damaligen Dorfs Vaihingen.
 


 
Bis spätestens 1250 d. h. um die Zeit der planmäßigen Stadtgründung entstand eine Marienkapelle unterhalb der Burg Kaltenstein. Diese Marienkapelle wurde mehrfach erweitert.

1513 wird an ihrer Stelle in einer Blütezeit Vaihingens die Stadtkirche mit den heutigen großen Ausmaßen im spätgotischen Stil errichtet.

Details des Gebäudes lassen erkennen, dass es noch in vorreformatorischer Zeit entstand, so die an der Nord- und Südseite eingebauten Seitennischen, in denen üblicherweise kleine Altäre standen.

Um 1534 wird in Württemberg die Reformation eingeführt. In Vaihingen bewirkt Reformator Erhard Schnepf diesen Schritt.

1547 entsteht in Vaihingen und Umgebung eines der ersten 25 Dekanatämter ("Urdekanat"), eine mittlere Verwaltungsebene der neu entstandenen evangelischen württembergischen Landeskirche.
Vaihingen ist fortan Dienstsitz der Dekane.

Bis 1556 ist Alb. Abelin erster Dekan. Neben den Dekanen wirkt fortan ein Diaconus als zweiter Geistlicher am Ort.


Altes Bildnis von Johann Valentin Andreä

1614-1620 hat Johann Valentin Andreä – später Dekan, Hofprediger und Prälat - diese Aufgabe inne. In einem persönlichen Bericht schildert er den Stadtbrand 1618 (siehe in der Schrift "Die Evangelische Stadtkirche in Vaihingen an der Enz, S. 13-15).

Der Wiederaufbau 1618/1619 mit einer Erweiterung der Stadtkirche zu einer Predigtkirche mit Emporen und zahlreichen Sitzplätzen wurde von Heinrich Schickhardt geleitet.

1693 zerstört der Stadtbrand die Stadtkirche weitgehend. Bereits im Jahr 1699 werden zwei Glocken neu gegossen; sie hängen noch heute auf dem Turm.

Bis 1701 wird die Stadtkirche mit großem Einsatz wieder aufgebaut.

1877 entsteht der heute noch bestehende, von der Evangelischen Kirchengemeinde betriebene Franck-Kindergarten ("Francksche Kleinkinderschule") oberhalb der Peterskirche.

1889 bringt die Trennung der Staats- und Kirchengüter auch für die Vaihinger Kirchengemeinde einen wichtigen Einschnitt. Sie regelt Zuständigkeit für die Gebäude und die Verpflichtungen und Verantwortung von Kirche und Stadt neu.

1892-1893 erfolgt eine große Renovierung der Stadtkirche unter der Bauleitung von Heinrich Dolmetsch, u.a. mit dem Anbau einer Chornische an der Ostseite; zuvor endete das Gebäude hinter dem Altar mit einer provisorischen Mauer.



1967-1968 verändert eine große Innenrenovierung das Aussehen der Stadtkirche stark. Die Emporen werden entfernt. Hierdurch wird ihr ursprüngliches Gepräge als Basilika mit ihrem weiten hohen Raum wieder hergestellt.

Die alten Bleiglasfenster werden entfernt. Die Chorwand wird völlig neu gestaltet. Bereits 1954 wurde das im 2. Weltkrieg zerstörte Rosettenfenster erneuert – erneut gestaltet mit einem Motiv aus Offb. 1 (Christus als Weltenherrscher). 1968 erhielt die Kirche außerdem eine neue Orgel.

1991-2002 erfolgt eine große Außenrenovierung der Stadtkirche – mit der Sicherung der Turmfundamente und einer umfangreichen Sanierung der Natursteinfassade. Die Gesamtkosten betragen 5,45 Millionen DM (rund 2,8 Millionen Euro).

1999-2001 erhält das Evang. Gemeindehaus am Kirchplatz im Rahmen einer großen Innenrenovierung ein helles, einladendes Gepräge.


Links
Andreähaus
Gemeindehaus
Kirchenarchiv und Pfarrbibliothek
Heinrich Schickardt
 
 
Downloads
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Bericht über den 2. Brand Vaihingens 1618 von J. V. Andreä
Chorwand Dez. 1955 und Rosette heute
Kirchenschiff von Süden, Rosette von aussen
Orgel 1521, Tauf- u. Abendmahlsgeräte, Kreuz
Geheimnisvolle Figur am Nordobergaden und Glocken

Internetportal der Evangelischen Landeskirche in Württemberg

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