Köszeg in Ungarn
Die Partnerschaft der Evangelischen Kirchengemeinde mit der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde in Köszeg, der Städtepartnergemeinde der Stadt Vaihingen, besteht vermutlich seit 1989.
Die ersten Kontakte von Deutschland nach Ungarn knüpfte der damalige "Kindergottesdiensthelferkreis." Danach enstanden trotz des "eisernen Vorhangs" vielfältige Kontakte. Kindertage in Köszeg, Jugendfreizeiten in Ungarn und in Deutschland. Die Kontakte sind aber später eingeschlafen, weil die Jugendlichen älter wurden und keine neuen Gruppen aus der Gemeinde für die Partnerschaft gewonnen werden konnten.
| ||||||
Zwischen dem früheren Vaihinger Pfarrer Hans Mattes und dem ehemaligen Köszeger Pfarrer Janos Ittzes gab es regen Austausch. Auch das brach Mitte der 90er Jahre ab, als Herr Mattes Vaihingen verlies.
Erst seit Januar 2002 besteht wieder enger Austausch zwischen Köszeg und Vaihingen: Eine Gruppe Vaihinger Gemeindeglieder, darunter Pfarrer Thomas Moser, besuchte Köszeg im Januar 2002. Köszegs damaliger Pfarrer Dr. Peter Remport kam daraufhin zusammen mit Kurator Lajos zum Gegenbesuch am Maientag nach Vaihingen.
Im September 2006 kam Köszegs neue Pfarrerin Erzsebet Baranyay Rohn nach Vaihingen.
Die Partnerschaft soll ausgebaut werden, insbesondere in der Kinder- und Jugendarbeit. Dies ist jedoch nicht einfach, erstens auf Grund der relativ großen Entfernung und 2. auf Grund sprachlicher Hindernisse. Nur wenige ungarische Kinder und Jugendliche sprechen ausreichend deutsch, deutsche Kinder und Jugendliche, die ungarisch könnten, gibt es noch seltener.
Wer Interesse hat, sich über die Evangelisch-Lutherischen Gemeinde Köszegs näher zu informieren, kann sich wenden an:
Laszlo Kevehdi
H. 9730 Köszeg
Malomarok u. 23
fon 06-94-361-943
Pfarrersehepaar Csaba Baranyay und Erzsebet Baranyay Rohn
fon 06-94-563-154
erzsebet.rohn@dont-want-spam.lutheran.huPartnerstädte Vaihingen/Köszeg
Nach Ungarn reisen immer mehr Vaihinger, denn dort liegt die Stadt Köszeg, mit der 1989 eine Städtepartnerschaft abgeschlossen wurde.In beiden Städten kommt es zu Begegnungen zwischen Sportlern, Musikern, Weingärtnern und Schülern, finden Kunstausstellungen statt, bildet Kultur den Rahmen für ein gegenseitiges Kennenlernen, für Geselligkeit und Gespräche.
Die Geschichte von Köszeg
Köszeg ist eine der sehenswertesten Kleinstädte des Landes (12.000 Einwohner). Dies wird durch die Harmonie ihrer Bauwerke mit der Naturlandschaft bewirkt. Ihre Innenstadt gehört zum ungarischen "Nationalerbe". Der Geschriebenstein (883 m) ist die höchste Erhebung in Transdanubien.
Die Stadtgründung im 13. Jahrhundert ist dem mächtigen Günser Grafengeschlecht zu verdanken. Sie wurde nach der früher bereits bestehenden Höhenburg Köszeg (Altes Haus, 609 m) benannt. Auch die deutsche Bezeichnung Güns stammt aus dieser Zeit. Die im Tal des Baches Gyöngyös (Günsbach) entstandene Siedlung gehörte zum damals in Europa bereits bekannten Burgstadttyp, d. h. zum Typus der befestigten Stadt. Das Hauptgewicht der Verteidigung ruhte auf den größtenteils auch heute noch bestehenden Stadtmauern, die 1532-1551 durch äußere Basteien modernisiert worden sind.
Die Stadt ist heute eine viergeteilte Stadt (historische Innenstadt, Ungermarkt, deutsche Vorstadt, Köszegfalva). Die nördliche, deutsche Vorstadt, genannt Sziget (Insel), wurden hauptsächlich von Deutschsprachigen bewohnt (Weinbauern, Weinkeller, Armenspitäler, evangelische Kirche, Synagoge). In dem meist von Ungarn bewohnten Stadtteil waren hingegen Viehhaltung, das Handwerk, das Gaststättengewerbe (Anger, Werkstätten, Gasthöfe, bürgerliche Apotheken, Wochen- und Jahrmarktplätze) vertreten. Am Mühlbach des die Stadt rechts berührenden Gyöngyös arbeiteten zahlreiche Walken und Mühlen. Das 1713 von deutschen Ansiedlern gegründete Schwabendorf (Köszegfalva) gehört verwaltungsmäßig zur Stadt.
Die historische Innenstadt besteht aus zwei Teilen (Bürgerstadt und Schloss Esterházy oder Schloss Jurisics). Das Untere Tor im Süden (heute Heldentor) wurde durch die Stadt, das Obere Tor im Norden durch das Schloss kontrolliert. Im Bild der Stadt sticht die vom Adel (Familie Chernel, Festetics, Nádasdy, Sigray, Szvetics) bewohnte einstige Herrengasse (heute Chernelgasse) hervor, wo bis 1869 auch die Distriktualtafel amtierte. So gibt es zum Beispiel in der Innenstadt kein zweigeschossiges Bürgerhaus. Die zur Straße gehenden Fassaden sind reich verziert, hinter dem zumeist barocken Äußeren kommt aber oft auch das mitteleuropäische Stilerbe der Gotik und der Renaissance (Haus Ambrózy, Haus Fekete, Arkadenhaus, Parochie, Sgraffitohaus, Haus Somogyi, Rathaus).
Als größter gemeinsamer Erfolg der königlichen (1328), später grundherrlicher Burg und der Bürgerstadt galt die Abwehr der 25-tägigen türkischen Belagerung 1532 mit Zusammenwirken von Nikolaus Jurisics sowie mit Zusammenhaltung der westungarischen, niederösterreichischen, steierischen und krainischen Stände. Es kam danach nie mehr zu einem solchen Zusammenhalt zwischen Burg und Stadt (Bocskai-Bethlen, Rákóczi-Zeitalter). Zwischen 1445-1647 gehörten beide privatrechtlich zu Niederösterreich
Köszeg wurde 1648 zur einzigen königlichen Freistadt des Komitates Eisenburg erhoben. Längste Zeit (1695-1931) gehörte das einstige königliche und Palatinalschloss zur fürstlichen Linie der Familie Esterházy. Es zeigt von außen eher die Wehrfunktion (Türme, Basteien, Geschützstellung, Burgmauer), in seinen Innenräumen aber die Repräsentation (das gotische Palais der Günser Grafen, der Rittersaal des Garai-Zeitalters, der Renaissancegang aus dem Matthias-Zeitalter, Széchyscher Wanddekor mit Sgraffitotechnik, Esterházysche Burgkapelle).
In der Stadt weisen vier historische Sakralbauten in Vergangenheit und Gegenwart (katholisch, evangelisch, reformiert, israelitisch) auf ihre Vielfalt und Überlebenskraft, aber auch auf die Tragödie des Judentums im 20. Jahrhundert hin. Ihre alten und neuen Bauten (Kirchen, Statuen, Internate, Institute) gehören zu den bedeutendsten Schätzen des Bauerbes.
Es ist ein seltsamer Widerspruch, dass Köszeg sich am Krieg (Rüstungsgewerbe und Handel) bereicherte und vom Frieden weniger zu profitieren vermochte (kleinerer Gewinn, Einzug des Adels in die Stadt, administrative Funktion, Manufakturentwicklung mit engerem Querschnitt). Deshalb wurde fremdes Kapital in der Entwicklung der Industrie und Institute (militärische Erziehungsschule: die sog. Ottliksche "Schule an der Grenze", Schule der Dominikanerinnen, Tuch- und Filzfabrik, evangelisches Mädchenlyzeum, Benediktiner Obergymnasium, Waisenhaus der Ungarischen Staatseisenbahn, Lehrerseminarien, Ordenshaus der Verbiten, Offizierserholungsheim usw.) einbezogen. Die großen Institute und die Industrie der Stadt wirken größtenteils auch heute in diesen.
Durch den Friedensvertrag von Trianon-Versailles (1920) wurde Köszeg eine unmittelbare Grenzstadt. Zwischen 1949-1989 verlor sie ihre großen Institute (Spital, Lehrerseminarien, Stadtgericht, Staatsanwaltschaft, Grundbuchsamt). Dies war nur die Krönung der zwischen 1938-1947 erlittenen Verluste (kirchliche, militärische Institute, Privatkapital, Netz des Kleingewerbes und Kleinhandels, Liquidierung des städtischen Vermögens und der Wälder). Ihr Baudenkmalbestand wurde aber wunderbarerweise von den Kriegsverwüstungen verschont.
Mit der Rekonstruktion der einzigartigen Baudenkmäler der Stadt (Schloss Jurisics, Innenstadt) wurde 1958 begonnen, wofür ihr 1978 der Hild-Preis verliehen wurde. 1990 wurden auch die örtlichen Voraussetzungen des Rechtsstaates (Selbstverwaltung, Eigentumsreform, kirchliche Institute, Privatkapital usw.) ausgebaut. 1993 wurden das Stadtgericht und die Staatsanwaltschaft wiedererrichtet. 1994 wurden ein SOS-Kinderdorf, ferner 1996 im Zeichen des Millezentenariums der ungarischen Landnahme eine neue reformierte Kirche und ein neuer Aussichtsturm an der Stelle des Alten Hauses (609 m) eingeweiht.
Links
Homepage lutherische Gemeinde Köszeg
Homepage Stadt Köszeg


