Evangelische Landeskirche in Württemberg
Zwei Landeskirchen im Südwesten
Das Bundesland Baden-Württemberg im Südwesten Deutschlands hat zwei große protestantische Kirchen. Eine Kirche für Baden und eine für Württemberg.
Beide Kirchen gehen auf die Reformation zurück. Auch in Württemberg fanden die Ideen und Gedanken von Martin Luther schnell Anhänger.
Herzog Ulrich setzte 1534 die Reformation für Württemberg durch. Seit dieser Zeit gibt es in Württemberg eine protestantische Landeskirche. Ihr Oberkirchenrat (ihre Direktion) mit dem Landesbischof an der Spitze hat ihren Sitz in Stuttgart.
Die Landeskirche besteht heute aus etwa 1.400 Gemeinden mit ca. 2,4 Millionen Mitgliedern. Ein Pfarrer und ein Kirchengemeinderat leiten die Gemeinde gemeinsam. Die Kirchengemeinden sind in 51 Kirchenbezirken zusammengefasst, die wiederum fünf Prälaturen bilden.
Der Hauptgottesdienst findet meist am Sonntagmorgen statt. Das Läuten der Kirchenglocken lädt die Gemeindeglieder ein zum gemeinsamen Singen und Beten und um die Predigt zu hören. In regelmäßigen Abständen versammelt sich die Gemeinde zum Abendmahl. Neben den "normalen" Gottesdiensten gibt es Gottesdienste für Familien und Jugendliche. Die Christen treffen sich außerdem regelmäßig in Mutter-Kind-Kreisen, Bibelabenden, Altennachmittagen, Kirchenchören und Vorträgen zu aktuellen Fragen der Gesellschaft. In Württemberg gibt es zudem viele Posaunenchöre.
Zum Glauben der Christen gehört es, anderen Menschen zu helfen. Für diese Arbeit gründeten die evangelischen Kirchen in Deutschland das "Diakonische Werk". Es hat über 400.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die allen Menschen helfen, unabhängig von Religionszugehörigkeit, Alter, Beruf und Einkommen. In Württemberg unterhält das Diakonische Werk Alten- und Pflegeheime, Krankenhäuser und Hospize (Häuser für sterbende Menschen), Beratungsstellen für Schwangere und Suchtkranke sowie ambulante (ins Haus kommende) Pflegedienste. Außerdem unterhält die Evangelische Landeskirche in Württemberg Kindergärten und einige Schulen sowie Internate.
In allem, was sie tut, arbeitet die Evangelische Landeskirche von Württemberg eng mit anderen Kirchen zusammen. Sie entsendet Mitarbeiter in Kirchen aller Welt. Sie feiert mit anderen Kirchen in Württemberg Gottesdienst oder Trauungen von Menschen mit verschiedenen Konfessionen.
Das Landeskirchliche Museum in Ludwigsburg veranschaulicht mit wechselnden Ausstellungen die Bedeutung der Landeskirche im kulturellen, sozialen und politischen Leben Württembergs von der Reformation bis zur Gegenwart.
Der Landesbischof
Der Landesbischof hat die Leitung der Landeskirche inne. Ihm steht in allen Kirchengemeinden der Landeskirche die Wortverkündigung zu.
Durch den Dienst der Verkündigung soll die Kirche geistlich geleitet werden. Darin unterstützen den Bischof die Prälatinnen und die Prälaten, die Dekaninnen und Dekane sowie die Pfarrerinnen und Pfarrer.
Nach evangelischem Verständnis ist das Amt des Bischofs ein Pfarramt. Der Landesbischof wird von der Landessynode und dem Kollegium des Oberkirchenrats gewählt. Seine Amtszeit endet spätestens mit dem 68. Lebensjahr.
Der Landesbischof steht dem Kollegium des Oberkirchenrats vor. Er vertritt die Landeskirche nach außen. Er ist ihr Sprecher gegenüber den Institutionen der Gesellschaft, anderen Kirchen und Gruppen.
Nach evangelischem Verständnis ist das Amt des Bischofs ein Pfarramt. Der Landesbischof wird von der Landessynode und dem Kollegium des Oberkirchenrats gewählt. Seine Amtszeit endet spätestens mit dem 68. Lebensjahr.
Der Landesbischof steht dem Kollegium des Oberkirchenrats vor. Er vertritt die Landeskirche nach außen. Er ist ihr Sprecher gegenüber den Institutionen der Gesellschaft, anderen Kirchen und Gruppen.
Theologischer Vertreter des Landesbischofs ist der jeweils dienstälteste Prälat / die dienstälteste Prälatin - zurzeit Prälatin Gabriele Wulz in Ulm. Juristische Stellvertreterin ist die Direktorin im Oberkirchenrat, Margit Rupp.
Kirchenpräsidenten und Landesbischöfe
der Evangelischen Landeskirche in Württemberg:
Dr. Johannes von Merz (Kirchenpräsident von 1924-1929)
Dr. Theophil Wurm (Kirchenpräsident von 1929-1933, Landesbischof von 1933-1948)
Dr. Martin Haug (Landesbischof von 1948-1962)
Dr. Erich Eichele (Landesbischof von 1962-1969)
Dr. Helmut Claß (Landesbischof von 1969-1979)
Dr. Hans von Keler (Landesbischof von 1979-1988)
Dr. Theo Sorg (Landesbischof von 1988-1994)
Dr. Eberhardt Renz (Landesbischof von 1994-2001)
Dr. Gerhard Maier (Landesbischof von 2001 bis 2005)
Dr. h. c. Frank O. July (Landesbischof seit 2005)

